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{Eine Tasse Kaffee mit..}: Belinda von Featherfin Yarn

Auf das heutige {Eine Tasse Kaffee mit..} freue ich mich besonders, denn es ist im Zuge einer super tolle Wollkooperation entstanden über die ich mich sehr gefreut habe. “Gefunden” habe ich Belinda und ihr Label Featherfin Yarn auf Instagram. Als eingefleischten GoT-Fan hat sie mich mit ihren Färbungen, die sie entsprechend der verschiedenen Häuser gefärbt hat, natürlich sofort überzeugt. So haben wir angefangen ein bisschen zu schreiben und eine Kooperation zu entwickeln. Da ich es immer super spannend finde, wer denn Hinter der Kulisse federführend die Arbeit übernimmt, war ziemlich schnell klar, dass wir ein kleines Interview für die Reihe machen müssen. Leider ist es aufgrund einiger Hausarbeiten und meiner Bachelorarbeit, die gerade in den Startlöchern steht, in den letzten Monaten etwas ruhiger hier geworden, aber ich hoffe, dass sich das nun wieder legt.

Im Rahmen der Kooperation haben ich mir von Featherfin Yarn die SockYarn-Qualität in der Farbe ‘Cream’ und in ihrer neuen Farbe ‘Copper’ ausgesucht. Mit einer Lauflänge von 400m pro 100g passt diese Qualität nämlich super für viele Tücher-Anleitungen. Einen bestimmten hatte ich bei der Auswahl schon längst im Hinterkopf: Der Scrobicularia von Jana Huck. Dieses Tuch hat es mir nämlich seit seiner Veröffentlichung angetan und wollte unbedingt gestrickt werden.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich hatte viele Startschwierigkeiten mit dem Tuch und habe mich bezüglich der Farbverteilung noch 100 Mal umentschieden, aber er ist endlich angenadelt. Aufgrund des akuten Zeitmangels, der gerade bei mir so herrscht, bin ich leider noch nicht so weit gekommen, wie ich gern wäre, aber manchmal steckt man da leider einfach nicht drin. Nichts desto trotz kann sich das bisherige Ergebnis, wie ich finde, schon sehen lassen und ich kann es kaum erwarten, das Tuch bald fertig zu stellen.

Die Wolle von Featherfin Yarn ist nämlich ein Träumchen. Sie lässt sich super gut stricken und rutscht ideal über die Nadel. Man kann entspannt auch man ribbeln, wenn man mal nicht aufgepasst hat, ohne das die Wolle verknotet oder Ähnliches. Sie hat ein klares Maschenbild, was natürlich bei diesem speziellen Tuch für mich besonders wichtig ist, da man es an vielen Stellen einfach glatt rechts stricken muss. Die Färbung der Farbe ‘Copper’ ist wunderschön sanft, nicht immer 100% einheitlich, aber genau das macht den Reiz dabei für mich aus. Zusammen mit der Farbe ‘Cream’ harmonieren die Färbungen ganz wunderbar zusammen.

So, bevor ich mich aber jetzt um Kopf und Kragen rede, wie toll die Wolle doch ist und wie begeistert ich bin, übergebe ich das Wort im übertragenen Sinne an Belinda, die mir in meinem kleinen Interview Rede und Antwort gestanden hat.

Das Interview mit Belinda von Featherfin Yarn

Erzähl uns doch bitte ein bisschen was über dich. Wer bist du und was treibst du im Leben abseits des Internets?

Hi, mein Name ist Belinda und ich lebe seit fast fünf Jahren zusammen mit meinem Mann in Darmstadt, Hessen. Ich bin 23 Jahre alt und ich führe die Handfärberei Featherfin Yarn. Das Unternehmen gibt es jetzt schon drei Jahren und ich habe es neben meinem Chemiestudium an der TU Darmstadt aufgebaut. Neben dem Färben selber bin ich natürlich auch völlig begeistert vom Stricken, Weben und Nähen!

Du färbst ja deine eigene Wolle und verkaufst sie auf Etsy. Warum und wieso färbst du ausgerechnet Garne? Was ist der besondere Reiz für dich?

Die Möglichkeit nur mit Garn und Phantasie wunderschöne Kleidung zu schaffen, ist was mich so fasziniert. Die Gelegenheit sogar die Beschaffenheit des Stoffes selber bestimmen zu können, bringt einfach nochmal mehr Kreativität in den Schaffensprozess mit ein. Mit meiner Auswahl an Fasern und Farben versuche ich bei Featherfin Yarn eine Grundlage dafür zu legen, dass die schönsten und besten Stücke in den Kleiderschränken wieder von Hand gemacht sind.

Seit wann machst du das und wie bist du eigentlich dazu gekommen?

Farben habe ich eigentlich schon immer geliebt! Zum Anfang des Studiums wurde ich einmal gefragt, warum ich denn ausgerechnet Chemie studieren wollte. Die Antwort “Ich mag Farben” hatte dem Professor damals nur ein müdes Lächeln abgerungen. Jetzt aber habe ich meine Leidenschaft in einen wirklichen Beruf umgewandelt und bin einfach so glücklich darüber!

Du strickst aber auch selbst. Was ist derzeit bei dir auf der Nadeln?

Mein nächstes Projekt liegt schon bereit: meine Wolle Super Sock in der Farbe Platinum und das Splitstone Sweater Strickmuster von Sister Mountain. Clare Mountain’s Design Label ist noch relativ neu, aber ihre modernen Muster haben es mir einfach angetan! Ich freue mich besonders auf eine baldige Zusammenarbeit mit ihr, bei der ein Strickmuster exklusiv für Featherfin Yarn entstehen wird!

Gibt es bestimmte Projekte, die du jedem Stricken empfehlen würdest? Frei nach dem Motto “Das muss man unbedingt mal gestrickt haben”?

Also ich glaube, ich würde heute nicht da stehen, wo ich stehe, wenn ich nicht einfach mal selber ausprobiert hätte. Einfach Maßband in die Hand nehmen und loslegen. Ich habe gerade zu Anfang einen Haufen Mützen, Socken und Schals improvisiert und wusste danach viel mehr, als hätte ich nur nach Anleitungen gestrickt.

 

Was macht denn das Kreativ sein und vor allem das ‚Selbermachen‘ für dich aus?

Das “Selbermachen” ist für mich von großer Bedeutung. Wir haben heute den unglaublichen Luxus von YouTube Tutorials und kreativen Bloggern, die ihr Wissen und das Wissen ihrer Vorfahren mit uns teilen. Dass wir diese Techniken weitergeben und verfeinern, finde ich sehr wichtig. 

 

Was würdest du Strickanfängern als Tipps mit auf den Weg geben, vielleicht besonders im Bezug auf die Wahl der richtigen Wolle?

Die Art der Wolle sollte dem endgültigen Projekt angepasst werden und andersrum. Für einen Pullover mit weichem Fall und brillanten Farben empfiehlt sich eine seidenhaltige Wolle. Wie bei diesem wunderschöner Siri Pullover (Design Linnéa Öhman), den eine Kundin aus Soft & Silk in Royal Purpure gestrickt hat. Und ich rate immer zu einer Balance zwischen Farbe und Muster: Umso mehr Muster, desto weniger Farben. Das verwirrt das Auge nicht so und der Betrachter weiß, was er bewundern soll.

Was würdest du anderen Menschen raten, die sich auch gerne mal im Färben von Wolle oder im Spinnen eben dieser versuchen möchten?

Einfach rann an den Speck! Besonders einfach zum Ausprobieren ist das Färben mit Ostereier- oder Lebensmittelfarbe, aber es gibt auch günstige Starterpacks mit Säurefarben. Spinnen anfangen geht eigentlich auch recht einfach. Man findet schnell ein günstiges Anfängerset mit einer Handspindeln und mit den Videos von Chantimanou kann es auch schon losgehen. Inzwischen gibt es für die meisten Disziplinen reichlich Anleitungen im Netz und teure Werkzeuge kann man erstmal mit Sachen aus dem Baumarkt simulieren. Mein erster Webrahmen war zum Beispiel aus einer angebohrten Ikeakiste und Rundholzstäben selbst gebaut.

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